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Zahnbehandlungen

Welche Kosten übernimmt GKV?

Ob Füllung, Wurzelbehandlung oder Parodontosebehandlung:
Die Gesetzliche Krankenversicherung trägt nicht in jedem Fall alle anfallenden Kosten.
Doch welche Kriterien und Leistungsrichtlinien werden dafür angewandt?

 

Kunststofffüllungen und deren Mehrkosten

Unter einer Kunststofffüllung (Kunststoff = Komposit) versteht man eine Rekonstruktion defekter Zahnsubstanz mittels eines Kompositmaterials und eines dauerhaften Zahn-Füllungsverbundes. Die Ursachen eine Füllung zu legen, bestehen hauptsächlich in der Therapie von Karies und den resultierenden Löchern oder defekten vorhandenen Füllungen.
Die Füllung an sich ist in allen grundsätzlichen Leistungskatalogen der GKV enthalten.
Bei einer Kompositfüllung bestehen jedoch Besonderheiten. Gesetzliche Krankenkassen erstatten eine Kunststofffüllung nur bei einer schulmedizinisch nachgewiesenen Allergie gegen Amalgamfüllungen. Ansonsten gilt die Regelung, dass hier bei einer Zuzahlung des Patienten eine Amalgamfüllung angerechnet werden kann. Hier können selbst zu tragende Kosten in Höhe von bis zu 160 Euro je Füllung entstehen.
Nach den heutigen GKV Leistungsrichtlinien besteht bei Erwachsenen für den Frontzahnbereich Leistungsanspruch gegenüber der GKV. Ebenso werden Kunststofffüllungen an Milchzähnen erstattet, da die Milchzahnfüllung eine Leistung der GKV ist, so dass die Zusatzversicherungstarife für den Seiten- und Backenzahnbereich leisten können.
Kunststofffüllungen nennt man auch dentinadhäsive Rekonstruktion, Säure-Ätz-Technik, Kompositfüllung, Mehrschichttechnik usw.
Folgende Kosten können als GOZ Richtschnur angesehen werden:
Ziffer 215      Einlagefüllung, einflächig                           71,14 Euro
Ziffer 216      Einlagefüllung, zweiflächig                       106,07 Euro
Ziffer 217      Einlagefüllung, mehr als zweiflächig         155,22 Euro
Nur sehr wenige Zusatzversicherungstarife leisten auch für die Mehrkosten von Kunststofffüllungen. Sie sind keine Zahnersatzleistungen, sondern Leistungen für Zahnbehandlungen. Achten Sie deshalb bei der Wahl Ihrer Zahnzusatzversicherung darauf, dass neben Zahnersatzleistungen auch Zahnbehandlungen versichert sind.

 

Wurzelkanalbehandlungen

Früher mussten stark beschädigte Zähne gezogen und ersetzt werden. Das kann in vielen Fällen durch eine Wurzelbehandlung vermieden werden und somit bleibt der Zahn erhalten. Die gesetzlichen Krankenkassen leisten allerdings nicht mehr in jedem Fall für eine solche Wurzelkanalbehandlung. Seitens der Krankenkassen gibt es starre und komplexe Richtlinien. Eine Wurzelkanalbehandlung an Molaren (bleibenden Zähnen) kann danach nur in folgenden Fällen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden:
1. wenn der Erhalt einer ununterbrochenen Zahnreihe ermöglicht wird,
2. wenn eine einseitige Freiendsituation vermieden werden kann,
3. wenn der Erhalt eines bestehenden, funktionstüchtigen Zahnersatzes ermöglicht wird.
Wird keines dieser Kriterien erfüllt, besteht die Kassenleistung in der Extraktion des erkrankten Zahnes. Wenn Sie dennoch einen Erhaltungsversuch wünschen, dann müssen Sie die Wurzelkanalbehandlung voll privat bezahlen. Eine privat berechnete Wurzelbehandlung kann je nach Aufwand bis zu ca. 1000 Euro kosten. Aber selbst dann, wenn eine Wurzelbehandlung noch im Rahmen der kassenärztlichen Leistungen abgerechnet werden kann, können zusätzliche Kosten entstehen. Man darf nie vergessen, dass die gesetzliche Krankenversicherung immer auf Basis folgender drei Grundsätze leistet:
1. ausreichend
2. wirtschaftlich
3. zweckmäßig
Moderne Zahnmedizin bietet allerdings oftmals wesentlich mehr als die gesetzlichen Leistungen, aber das kostet natürlich extra. Für eine hochwertigere Wurzelkanalbehandlung bezahlen Sie oftmals einige hundert Euro zusätzlich, obwohl die gesetzliche Krankenkasse dafür eigentlich leistet. Deshalb ist es bei der Wahl einer Zahnzusatzversicherung auch sinnvoll darauf zu achten, dass diese auch für Wurzelkanalbehandlungen leistet.

 

Zahlt die GKV Parodontosebehandlungen?

Die Kosten einer medizinisch notwendigen Parodontosebehandlung werden immer erst nach der Bewilligung des Behandlungsplanes von der GKV übernommen.
Dabei gilt, dass eine Behandlung von Seiten der GKV erst dann als medizinisch notwendig angesehen wird, wenn Taschentiefen von mehr als 3,5 mm vorliegen.
Nach Ansicht vieler Zahnärzte ist es dann aber schon fast zu spät. Sie raten schon frühzeitig zur Einleitung von Gegenmaßnahmen und sehen eine medizinische Notwendigkeit zur Behandlung bereits ab Taschentiefen von 1,5 mm. Diese rechtzeitige Behandlung müssen Sie selbst bezahlen.

 

 

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